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Thema: Weihnachten

  1. #51
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    Eine lustige Nikolausgeschichte
    von Carina Schmidt



    Moni überlegte angestrengt, wie sie das Weihnachtsfest in der Firma attraktiver gestalten könnten. Jede Abteilung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alljährliche Weihnachtsfeier mit eigenen Ideen und Überraschungen zu füllen. Der Gag dabei war, dass keine Gruppe das Geheimnis der anderen kannte. Der zündende Gedanke kam ihr in der Mittagspause.
    Ein Nikolaus musste her!
    Doch woher nehmen und nicht stehlen. „Versuche es doch über eine Eventagentur“, meinte ihre Kollegin Bea. Nach einer kurzen Recherche im Internet, nahm Moni den Telefonhörer und wählte. „Schade, alle schon ausgebucht. Ja, da kann man nichts machen“, enttäuscht legte Moni nach dem fünften Anruf auf. „Die Idee ist so gut, aber die Weihnachtsmänner sind alle ausgebucht“, jammerte sie. „Dann engagiere doch einen von der Straße weg“, Beas Augen leuchteten, „du gehst in ein Kaufhaus oder in die Fußgängerzone, dort laufen um diese Jahreszeit immer Weihnachtsmänner herum und begeisterst sie für unsere Feier.“ Moni verzog das Gesicht, aber so leicht wollte sie sich nicht von dem Gedanken verabschieden und machte sich auf den Weg.

    Auf den Straßen war viel los. Menschenmassen drängten sich durch die Kaufhäuser auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken. Moni kämpfte sich durch und hielt die Augen offen und endlich sah sie einen der begehrten Weihnachtsmänner. Der Nikolaus schickt sich anscheinend gerade an zu gehen. Sein Sack war leer und er macht einen gestressten Eindruck. „Entschuldigung, haben Sie einen Moment Zeit? Ich suche einen Weihnachtsmann für morgen Abend.“ „Warum gehen Sie nicht über eine Agentur oder über den Studentenservice?“, entgegnete der Mann ungehalten. „Das habe ich versucht, es war zwecklos“, Moni war sichtlich enttäuscht. Endlich wendete sich der Nikolaus ihr zu. Sie war überrascht, er hatte schöne Augen und der ungeduldige Ausdruck um seinen Mund war verschwunden. „Wann genau soll das denn sein?“, fragte er nach. „22 Uhr wäre prima mit Sack und Rute!“ Moni war erleichtert, der Typ sagte zu. Sie vereinbarten die notwendigen Modalitäten, tauschten Handynummern aus und dann ging jeder seiner Wege.


    Moni war überglücklich. Zurück in der Firma erzählte sie nur Bea von ihrem Erfolg. Die morgige Weihnachtsfeier würde grandios werden. Einen Nikolaus hatten sie noch nie. Die anderen werden staunen und ich bin schon gespannt, was sich die einzelnen Abteilungen in diesem Jahr überlegt haben. Moni arbeitete bereits seit 10 Jahren in der Firma. Sie kannte fast alle Mitarbeiter und hatte schon ein paar Abteilungen durchlaufen. Ihre Endstation sollte eines Tages das Vorzimmer des Chefs werden und Moni hoffte, dass das nicht mehr allzu lange dauern würde. Deswegen legte sie sich auch so ins Zeug wegen der Weihnachtsfeier. „Sehen und gesehen werden“, so lautete ihre Devise und bis dato ist sie damit ganz gut gefahren.


    Der letzte Arbeitstag in der Woche zog sich. Die Vorbereitungen für das Fest raubten die Stunden und erst am späten Nachmittag konnte Moni Feierabend machen und nach Hause gehen, um sich für das abendliche Event umzuziehen. Sie war aufgeregt. Wie würde ihr Nikolaus ankommen? Sie nahm ein Bad, schminkte sich, zog das kleine Schwarze aus dem Kleiderschrank, schlüpfte in ihre High Heels, packte ihre Handtasche und fuhr zur Firma zurück. Alle Mitarbeiter, auch die ehemaligen, waren gekommen, um einen netten Abend zu verleben. Moni begrüßte alles und jeden und fand einen Platz bei den Kollegen ihrer Abteilung. Wie immer begann die Weihnachtsfeier mit einer herzlichen Begrüßung und der Eröffnungsrede des Chefs. Nach weiteren Reden gab es reichlich zu essen und zu trinken.

    Die Unterhaltung war in vollem Gange, es wurde gelacht und geschäkert. Nach dem Essen präsentierten sich traditionsgemäß die Abteilungen. Moni stand selbstbewusst auf und kündigte ihre Überraschung an. Mit Applaus wurde ihr Weihnachtsmann im Saal empfangen. Moni hatte erreicht, was sie wollte. Das einige Abteilungsleiter ganz blass aussahen, entging in diesem Moment ihrer Aufmerksamkeit. Nach seinem Auftritt, den er mit Bravour meisterte, bat sie den Nikolaus an den Gästetisch, wo ebenfalls Essen und Getränke aufgetischt wurden. Sie hatte ihren Part erledigt und der Abend konnte weitergehen. Und der Abend ging weiter! Ein Nikolaus nach dem anderen betrat das Parkett. Moni war verstört. Das war also der Grund, warum die Weihnachtsmänner für heute ausgebucht waren. Noch fünf andere Firmenbereiche hatten die gleiche Idee und waren einfach nur schneller gewesen. Als der dritte Nikolaus einlief, tobte die Menge. So viel Gelächter und Spaß hatte es selten gegeben. Manche konnten sich ausschütten vor Lachen und hielten sich den Bauch. „Von wegen es kann nur einen geben“, zitierte ihr Chef in allerbester Laune, „ich wusste doch, dass meine Leute am gleichen Strang ziehen.“ Die Weihnachtsmänner waren ein voller Erfolg.

    Moni kämpfte stattdessen mit gemischten Gefühlen.
    Sie wollte doch etwas Besonderes liefern und damit an höherer Stelle punkten.
    Ihr Weihnachtsmann hob sein Glas gen Himmel und prostete ihr aus der Ferne zu. Moni lächelte zurück und nahm einen Schluck von ihrem Rotwein. „Wir müssen einmal über Ihre Beförderung reden“, hörte sie plötzlich eine Stimme neben sich sagen, „ich hätte nicht gedacht, dass der Gemeinschaftsgedanke bei Ihnen so großgeschrieben wird.“
    Moni wurde mit einem Mal ganz heiß. Charmant lächelte sie Ihren Chef an:
    „Die Hauptsache ist doch, dass sich alle gut amüsieren, oder?“

  2. #52
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    Ich wünsche heute schon allen Lesern einen schönen 1. Advent Name:  kerze10.gif
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    Adventsgeschichte für Kindergartenkinder
    wieder eine schöne Geschichte von Carina Schmidt


    Endlich! Ganz bald ist jetzt also Dezember.
    Und Dezember heißt auch immer:
    Nur noch ein paar Mal schlafen und dann ist endlich Weihnachten!

    Ich bin schon ganz aufgeregt. Ich war nämlich im Herbst mit Oma in einem großen Geschäft und da stand er: ein Schlitten!
    Ein richtiger Schlitten aus Holz. Mit einer dicken, bunten Kordel.
    „Oma!“, rief ich, „Kannst du mir den Schlitten kaufen?“
    Oma lachte freundlich und sagte dann:
    „Aber du kannst doch jetzt noch gar nicht Schlitten fahren! Dazu muss es doch erst noch Winter werden. Und dann muss es noch schneien.“
    Das verstand ich. Aber:
    Bis zum Winter dauerte es doch noch sooo lange!

    Als wir wieder zu Hause waren, erzählte ich Mama ganz aufgeregt von dem schönen Schlitten mit der bunten, dicken Kordel. Und Mama sagte:
    „Na ja. Im Winter ist ja dann auch Weihnachten. Vielleicht bekommst du deinen Schlitten ja an Weihnachten.“
    „Hoffentlich ist ganz bald Weihnachten!“, dachte ich.

    Der Herbst ist jetzt schon vorbei, und wenn ich morgens in den Kindergarten gehe, ziehe ich eine dicke Mütze und einen dicken Schal an, damit ich nicht friere.
    Geschneit hat es aber noch nicht.
    Heute Mittag holt mich meine Mutter aus dem Kindergarten ab. Sie hat jetzt auch ganz oft eine Mütze und einen Schal an, damit sie nicht friert.
    Mein Schal ist aber viel bunter!
    Als wir zusammen aus dem Kindergarten gehen, fragt Mama:
    „Wollen wir heute zusammen einen Adventskranz basteln? Jetzt kommt nämlich bald die Zeit vor Weihnachten. Und die heißt Advent.“
    Au ja! Das wird bestimmt lustig. Im letzten Jahr hatten wir auch einen Adventskranz. Da hat Mama mir erklärt, dass auf einem Adventskranz immer vier Kerzen sind. Und wenn es noch vier Sonntage dauert, bis Weihnachten ist, dann wird die erste Kerze angezündet. Und an jedem Sonntag darf dann eine Kerze mehr angezündet werden.

    Gestern hat Mama schon in einem Blumengeschäft Tannenzweige gekauft.
    Zu Hause angekommen gehen wir zusammen an den Küchentisch und Mama holt noch viele andere Sachen, die man braucht, wenn man einen Adventskranz basteln möchte. Dann binden wir die Tannenzweige zusammen und stecken 4 Kerzen auf den Kranz. Ich lege noch ein paar gelbe Holzsternchen auf die Tannenzweige.
    Wie schön der Kranz jetzt aussieht!
    Und bald dürfen wir schon die erste Kerze anzünden!

    Heute ist endlich Sonntag, und Mama und Papa zünden die erste Kerze auf unserem Adventskranz an. Nachmittags kommt Oma und wir trinken Tee und essen Kuchen.
    Natürlich erzähle ich Oma, dass der Adventskranz ganz besonders schön aussieht, weil ich noch so viele gelbe Holzsternchen darauf gelegt habe.
    Da ist Oma natürlich ganz meiner Meinung.

    Jetzt ist der Sonntag vorbei und heute gehe ich wieder in den Kindergarten.
    Morgens weckt mich Mama und sagt: „Guten Morgen! Heute ist der 1. Dezember!“
    Juchhu! Der Dezember hat angefangen. Und im Dezember ist Weihnachten!
    Mama sagt: „Komm doch mal mit ins Wohnzimmer. Ich glaube, da hängt etwas für Dich.“
    Für mich?
    Auf einmal bin ich ganz wach und renne ins Wohnzimmer; da hängt doch nicht etwa der Schlitten?
    Nein, nicht der Schlitten, aber erst einmal bleibe ich staunend an der Wohnzimmertür stehen. Da hängen ganz viele kleine Geschenke.
    „Das ist dein Adventskalender“, sagt Mama. „Bis Weihnachten darfst du dir jeden Tag ein kleines Geschenk nehmen.“
    Nur ein Geschenk jeden Tag? Dabei bin ich aber doch so gespannt, was in allen Geschenken versteckt ist!
    Aber eins ist auf jeden Fall klar:
    Also dieser Advent ist eine ganz schön spannende Zeit!


    Nun sind wieder ein paar Tage vorbei und ich habe schon ein paar schöne Geschenke in meinem Adventskalender gefunden.
    Heute ist Freitag, und als wir gerade zusammen zu Abend essen, fragt Papa:
    „Wollen wir morgen zusammen Weihnachtsplätzchen backen?“
    Natürlich wollen wir das! Ich kann mich noch an die Weihnachtsplätzchen im letzten Jahr erinnern. Sooo lecker waren die! Aber leider durfte ich nicht sofort alle Plätzchen aufessen, weil wir ja noch welche für Weihnachten aufheben mussten.

    Heute backen wir also zusammen Weihnachtsplätzchen. Und die haben ganz verschiedene Formen: Manche sehen aus wie Sterne und manche sehen aus wie Glocken. Manche Plätzchen sind auch einfach ganz rund.
    Als dann schon ganz viele Plätzchen fertig sind, sagt Papa:


    „Komm, wie bringen noch Frau Schneider ein paar Weihnachtsplätzchen. Die freut sich bestimmt ganz doll.“
    Frau Schneider wohnt in dem Haus neben uns und ist schon ein bisschen älter. Papa sagt, dass sie Weihnachten manchmal ganz alleine feiern muss.
    Und tatsächlich ist Frau Schneider ganz glücklich über unsere Weihnachtsplätzchen.


    Ein paar Tage später dürfen schon mehr Kerzen auf dem Adventskranz brennen als nur eine, weil schon ein paar Sonntage vor Weihnachten vorbei sind.
    Die Kerzenflammen leuchten schön und bei uns zu Hause hängen viele Sternchen und Weihnachtsmänner an den Wänden.
    Advent ist wirklich eine schöne Zeit!
    Nur geschneit hat es immer noch nicht! Ich wünsche mir aber doch so sehr, dass es schneit, weil man sonst ja gar nicht Schlitten fahren kann.


    An einem Mittag spiele ich gerade ein bisschen in meinem Zimmer und da sehe ich vor dem Fenster auf einmal etwas. Ich schaue neugierig noch ein bisschen nach draußen und da ist es schon wieder: Juchhu! Das war eine Schneeflocke!
    Und dann kommen immer mehr Schneeflocken und dann schneit es richtig.
    Jetzt muss es nur noch ganz bald Weihnachten werden!
    Weil ich mich so freue, nehme ich mir ein paar bunte Malstifte und male für Mama und Papa ein Bild. Das Bild möchte ich ihnen an Weihnachten schenken. Vorher muss ich es aber gut verstecken, weil sie es ja erst an Weihnachten sehen dürfen.

    Heute Nacht war ich ganz aufgeregt und konnte fast gar nicht schlafen. Heute fängt nämlich endlich Weihnachten an!
    Am Abend stehen wir dann endlich vor dem Weihnachtsbaum, der noch mehr glitzert als der Adventskranz. Und unter dem Weihnachtsbaum liegt ein Geschenk, aus dem etwas herausschaut: eine bunte, dicke Kordel.
    Jippie!
    Mein Schlitten!

    Ich bin überglücklich und hoffe, dass ich morgen gleich mit dem Schlitten fahren kann.

    Und ich freue mich auch schon ganz doll auf den nächsten Advent!
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  3. #53
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    Die Geschichte vom unglücklichen Engel
    von Andrea Schober



    Es war einmal ein Engel, der hatte schon so vielen Menschen geholfen, aber selber war er manchmal sehr unglücklich. Er fühlte sich so klein und wertlos und dachte viel darüber nach, was ihn wertvoller machen könnte. Die Menschen sagten ihm „Kauf Dir etwas Schönes, dann fühlst Du Dich besser.“ Und so kaufte sich etwas Schönes.

    Doch schon wenig später fand der der Engel zunächst ein neues strahlend weißes Engelsgewand.

    Erst fühlte sich der Engel damit ganz toll und alle anderen Engel bewunderten ihn. Nach einiger Zeit fand er sein neues Gewand aber nicht mehr interessant genug und so kaufte er sich golden glitzernden Sternenstaub. Den streute er auf sein Gewand und seine Flügel. Alle anderen Engel waren geblendet von seiner Schön Engel sich wieder langweilig. Er dachte darüber nach was ihn noch schöner machen könnte und so kaufte er sich von seinem ganzen restlichen Geld eine große weiße Wolke, die so weich war wie Samt. Ein Sonnenstrahl fiel auf die Wolke, so dass sie hell leuchtete. Der Engel war begeistert, legte sich auf die Wolke und ließ sich treiben.

    Es dauerte nicht lange, da hatte der Engel wieder dieses schreckliche Gefühl so wertlos zu sein, trotz allem was er besaß und der Bewunderung aller anderen Engel. Da musste er ganz furchtbar weinen, weil er nicht mehr wusste, was er noch tun konnte. Er dachte sich: „ Ich stehe nie mehr auf! Es hilft alles nichts. Soll die Welt nur ohne mich auskommen. Das hat sie nun davon, dass sie mir nichts bieten kann, an dem ich länger Freude habe!“

    Am ersten Tag war der Engel so traurig und wütend, dass er sich von allen anderen Engeln zurückzog und nicht mehr mit ihnen reden wollte.

    Am zweiten Tag schaute der Engel in die endlose blaue Weite des Himmels und fühlte sich leer und tot.

    Am dritten Tag fühlte er einen Sonnenstrahl auf seinem Gesicht. Da dachte er einen Moment:
    “Wie warm sich der Sonnenstrahl anfühlt!“ Aber dann fragte er sich gleich: „Was soll ich mit einem Sonnenstrahl? Er wird mir auch nicht weiterhelfen!“

    Am vierten Tag kam der Sonnenstrahl wieder. Der Engel dachte sich: “Eigentlich ist der Sonnenstrahl das Beste, was ich im Moment habe und wenn er mir auch nicht helfen kann, so kann ich mich doch ein wenig an ihm wärmen!“

    Am fünften Tag dachte der Engel schon gleich am Morgen an den Sonnenstrahl und stellte sich vor, wie schön es wäre, wenn er wieder kommen würde. Dabei wurde ihm warm ums Herz und er spürte, wie sich alles anders anfühlte bei dem Gedanken an den Sonnenstrahl.
    Als der Sonnenstrahl dann wirklich kam, war der Engel so aufgeregt, dass er gar nicht wusste, ob er sich erst seine Füße oder seine Hände oder seinen Kopf wärmen lassen sollte.

    Von da an war jeder Tag nur noch auf den Sonnenstrahl ausgerichtet. Der Engel dachte schon am Morgen daran, wie der Sonnenstrahl ihn bald wieder wärmen würde. Er ließ sich immer tiefer in die Vorstellung der Wärme fallen und merkte, wie sich seine Lustlosigkeit in Erwartung verwandelte und wie seine Traurigkeit und seine Angst an ihm vorüberzogen, ihn aber nicht mehr so tief erreichten wie früher.

    Er fing an, wieder auf seiner Wolke hin und her zu gehen und dachte, wie schön es doch war, sich an etwas so freuen zu können. Der Sonnenstrahl durchströmte mehr und mehr seinen ganzen Körper. Die Energie des Lichts verteilte sich in ihm und der Engel bekam wieder neue Kraft. Er schwang seine Flügel und flog zu den anderen Engeln, um ihnen von dem Sonnenstrahl zu erzählen. Auf dem Weg dorthin trafen ihn unzählige Sonnenstrahlen und er wunderte sich, dass er sie früher nie so wahrgenommen hatte.

    Der blaue Himmel war nicht mehr leer wie früher, sondern ein Meer des Lichts. Auf einmal fühlte sich der Engel wie im Himmel und nichts konnte ihm mehr die Hoffnung nehmen, wusste er doch nun um die Kraft der inneren Wärme, die es vermochte alles wundersam zu verwandeln.

  4. #54
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    Advent, die Vorbereitung auf Weihnachten

    Die Adventzeit ist die Vorbereitungen auf Weihnachten, für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr.
    Advent gilt auch als die stillste Zeit im Jahr.
    Der erste Adventsonntag fällt zwischen dem 27. November und 3. Dezember eines Jahres und endet am Heiligen Abend. Mit dem ersten Advent beginnt in den katholischen und evangelischen Kirchen das neue Kirchenjahr.

    Welche Farben hat der Advent?

    Als christliche Symbolfarben von Advent und Weihnachten gelten die Farben Grün und Rot. Grün symbolisiert die Hoffnung auf Leben im dunklen Winter und auch die Treue.

    Rot erinnert an das Blut Christi, das er vergossen hat, damit die Welt erlöst werde. Grün und Rot versinnbildlicht Christen die übernatürliche Hoffnung. Diese beiden Farben prägen oft den Christbaum und die Tischdekoration, z.B roter Weihnachtsstern, sowie das Verpackungsmaterial der Geschenke.
    Das Rot am Grünen nimmt Sterben und Tod Christi schon in seine Geburt hinein. Geburt und Tod des Erlösers werden als eine Einheit gesehen, weshalb in mancher Geburtslegende auch davon die Rede ist, das Holz des Kreuzes und das der Krippe stammten von ein und demselben Baum.

    Woher stammt der Name Advent?

    Der Name „Advent“ stammt aus dem lateinischen (adventus) und bedeutet übersetzt „Ankunft“.
    Im 5. Jahrhundert wurde im Gebiet um Ravenna in Italien erstmals Advent gefeiert.

    Die Adventsliturgie wurde im 6. Jahrhundert von Papst Gregor dem Großen festgesetzt. Er bestimmte auch die Anzahl der Adventsonntage. Davor gab es eine wechselhafte Anzahl von bis zu 6 Adventsonntagen.
    Die 4 Wochen deuten symbolisch auf 4000 Jahre, die die Menschheit nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten musste.
    Der Papst Pius V. verfasste später endgültig die römische Adventsliturgie für die Kirche. In früheren Jahren war die Adventszeit eine kirchliche Fastenzeit.

    Adventstraditionen


    Der Adventkranz

    Die meisten Familien feiern den Advent mit einem Adventkranz, festlich geschmückt mit vier Kerzen.
    Adventkränze werden meist aus dünnen Tannenzweigen gebunden.
    Ein noch sehr junger Brauch, der erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den meisten Familien in Deutschland und Österreich übernommen wurde.
    Der Adventkranz soll Symbol für den Kampf der Christen gegen das Dunkle des Lebens sein.

    Wann gab es den ersten Adventkranz in Deutschland?

    Der erste Adventkranz in Deutschland wurde von Johann Hinrich Wichern (Abbildung rechts) im Jahr 1839 vor der Betreuungsanstalt für Waisenkinder „Rauhes Haus“ aufgestellt. Auf einem Holzreifen wurden damals 23 Kerzen angebracht. Vier große, weiße Kerzen symbolisierten die Sonntage bis zum Christtag, 19 kleine rote Kerzen die Werktage bis Weihnachten.
    Jeden Tag wurde von den Kindern eine Kerze angezündet und am Heiligen Abend brannten alle Kerzen. Tannengrün Kränze verwendete Johann Hinrich Wichern ab dem Jahr 1860

    Christstollen oder Weihnachtsstollen

    Typisch für die Adventzeit ist auch das Backen von Christstollen (unter diesem Link befindet sich ein leckeres Rezept)

    http://www.weihnachtsstadt.de/kuche/...ststollen.html

    die wohl älteste Weihnachtsbäckerei. Urkundlich wurde der Christstollen bereits anno 1330 erwähnt.

    Selbst einen Christstollen zu backen, ist für Anfänger schwierig. Die Autoren dieser Seite mussten einige Versuche starten, den Stollen saftig zu bekommen.

    Welcher Christstollen ist der beste?
    In verschiedenen Testberichten schneidet der Dresdner Stollen meist mit „gut“ oder „sehr gut ab“


    Adventssingen

    Als Einstimmung auf die stille Adventzeit findet in vielen Regionen Österreichs und teilweise auch Deutschland das traditionelle Adventsingen statt.
    Das Salzburger Adventsingen wurde 1946 als kleine, private Feier aus der Taufe gehoben und avancierte mit jährlich 40.000 Zuschauern im Großen Festspielhaus als drittwichtigste kulturelle Veranstaltung des Landes.
    Im Wiener Rathaus wird jährlich ein internationales Adventsingen abgehalten

    alter Adventsbrauch in Deutschland

    In Deutschland wurden früher ab dem 24. August mit der Zurüstung für die weihnachtliche Festtafel begonnen. An diesem Tag (Bartholomäustag) wurden die Karpfen in den Teichen und die Gänse gemustert und mit der besonderen Mast begonnen.
    Der frühe Beginn hatte den Vorteil, einen Teil der Weihnachtsfreude in die festlose Zeit mitzunehmen und rechtzeitig für das Weihnachtsfest vorzusorgen.
    Das Leben unserer Vorfahren wurde durch die Ordnung des Kirchenjahres bestimmt.
    Der erste Adventskalender in Deutschland erschien im Jahr 1905. Dieser Adventskalender bestand aus zwei Seiten und hieß damals Weihnachtskalender.

  5. #55
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    Erinnerungen an die Weihnachtszeit meiner Kindheit
    von Eckhard Müller


    Wenn ich meine Gedanken in die Vergangenheit schweifen lasse, und die Jahre meiner Kindheit betrachte, sind die Erinnerungen an die damalige Weihnachtszeit besonders lebhaft in meinem Gedächtnis haften geblieben.
    Ich möchte von mir behaupten, daß ich eigentlich so ein richtiger "Weihnachtsmann" bin. Das heißt, für mich ist das ganze Jahr immer ein bißchen Weihnachten. So richtig beginnt es im Spätherbst. Ich zähle die Tage bis zum 1. Advent. Ich laufe in unserer Fichtenschonung herum und suche den späteren Weihnachtsbaum aus. Ich mache Pläne für das Festtagsmenü usw.
    Und ich schwelge in Erinnerungen an die Weihnachtszeit meiner Kindheit. ---
    Damals kam also zuerst der Nikolaus. Unsere Nachbarin "et Krusen Soffi" - sie war übrigens noch unverheiratet - machte bei uns im Dorf den Hl. Mann. Tage vorher wurde es aber schon spannend. Abends, wenn ich mit meiner Oma "Mühle" oder "Mensch ärgere dich nicht" spielte, oder aber im Dunkeln mit ihr zusammen am warmen Küchenherd saß, während meine Eltern noch im Stall die Tiere versorgten, klopfte es dann plötzlich ans Fenster. Da ging es mir kalt über den Rücken. Mutig ging meine Oma ans Fenster und öffnete es. Dann flog auch schon eine Tüte mit Plätzchen und Süßigkeiten in die Stube. Meistens platzte sie dabei auf und zitternd vor Angst und Aufregung sammelte ich die Köstlichkeiten auf. Wenn Papa und Mama dann aus dem Stall kamen, erzählte ich ihnen aufgeregt mein Erlebnis.
    Am Nikolausabend erschien dann Sofie in Gestalt des Hl.Mannes an der Tür, mit diesem grauenhaften, bösen Hans Muff, den sie aber später draußen ließen, da ich zum Gottserbarmen heulte und brüllte vor Angst. Der Nikolaus reichte schon. Manchmal bin ich dabei glatt unters Sofa gekrochen.
    Später kam der Nikolaus dann nur noch nachts, das heißt, ich stellte am Vorabend den Nikolausteller auf. Das war der große Messing-Teller unserer alten mechanischen Küchenwaage. Ganz früh am Morgen lief ich dann bibbernd in die Küche, um mir den gefüllten Teller und die anderen Gaben anzusehen. Da lagen meistens die traditionellen Malbücher samt Malstifte. Eines durfte dabei aber nicht fehlen - und fehlte auch nie: Außer dem obligaten Weckmann mit Pfeife (Hierzbock) war da noch ein ganz besonderes Gebilde. Es war ein, aus Teig geformter Mann, welcher auf einem Pferd ritt. Eine Besonderheit, die nur ich besaß, und die jedesmal von den Nachbarskindern gebührend bewundert wurde. Dieser "Reitende Hierzbock" stammte von meinem Pattohm. (Mein Patenonkel Peter aus Wellerscheid). Er ließ ihn immer in der dortigen Bäckerei Steeger für mich backen. Wenn ich dann alles genau bewundert hatte, kroch ich selig ins warme Bett zurück.
    Um den Nikolaustag wurde dann auch - wie überall in der Nachbarschaft - unser Schwein geschlachtet. Deshalb habe ich wohl bis heute das Gefühl, wenn ich den von mir so sehr geschätzten Pannhas esse, es sei Nikolaustag.
    Dann kam die Zeit des Plätzchenbackens. Uns Kindern wurde dann gesagt, das Christkind habe jetzt dermaßen viel um die Ohren mit backen und so, das Mutter ihm helfen müsse. Die fertigen Plätzchen wurden dann, wie man mir sagte, auf den Older (Speicher) gestellt, von wo sie das Christkind dann abholte. Merkwürdigerweise brachte es dann aber zu Weihnachten immer wieder unsere eigenen Plätzchen. Nie tat es einen falschen Griff, wobei dann auch Plätzchen unbekannter Herkunft auf meinem Teller gelegen hätten. Das hat mir übrigens damals immer zu denken gegeben.
    Natürlich half ich beim backen. Mit den Blechförmchen stach ich den Teig aus. Wenn das Backblech voll war, schob es meine Mutter in den Backofen unseres Küchenherdes. Der wurde gestocht (geheitzt) mit Holz und Brikett. Es war eine Kunst für sich, im Backofen eines solchen Herdes zu backen. Meine Mutter beherrschte diese Kunst allerdings profiehaft! Kaum, daß einmal ein Plätzchen zu hell oder zu dunkel war, oder gar verbrannte. Wie viele Kuchen, Torten (die später gefüllt und mit Buttercreme verziert wurden) usw. sind durch diesen alten Backofen gegangen. Da gab es kein Termostat mit Einstellung 175 Grad - Heißluft. Alles ging nach Gefühl und Erfahrungswerten. Die Koch- und Backeigenschaften dieses Herdes standen dem eines heutigen modernen Elektroherdes in keiner Weise nach. Man mußte nur den Umgang mit ihm kennen.
    In den Wochen vor Weihnachten war es damals oft schon recht kalt und es lag häufig auch schon Schnee. Das war dann die Norm. Wir Kinder vergnügten uns draußen mit Schlittenfahren, Schneemann bauen und "Bahnhauen" auf dem Eis. Nach einem kräftigen Anlauf schlitterte man mit den Füßen über die Eisbahn (Eisfläche). Bevorzugte Eisbahnen waren der Brandweier unten im Dorf - so genannt, weil er bei einem Brand als Wasser-Reservoire diente. Dann gab es noch im nahen Rockenbusch verschiedene alte Lehmkuhlen, die sich nach den herbstlichen Regenperioden randvoll mit Wasser gefüllt hatten, und nun zugefroren, eine herrliche Eisfläche darstellten.
    Schlittschuhe gab es ja kaum. Ich habe jedenfalls nie welche besessen, obwohl sie auf keinem meiner Weihnachtswunschzettel fehlten. Meine besorgten Eltern dachten dabei wohl auch an bevorstehende Arm- und Beinbrüche.
    Heiligabend wurde ich ganz früh zu Bett geschickt. Die Kammer, in der ich schlief, lag direkt neben der Wohnstube. Für meine Eltern muß es wohl nicht leicht gewesen sein, dort dann die Weihnachtsvorbereitungen zu treffen, ohne das ich im Nebenzimmer etwas davon mitbekam. Später dann, in den Jahren meiner ersten Zweifel, konnte ich bei genauem Hinhören einige Geräusche identifizieren. So zum Beispiel das Rascheln des Christbaumes usw. Die Kammertür, welche natürlich nicht ganz dicht schloß, wurde von der Stube her mit einer Decke verhangen, so daß kein verräterischer Lichtstrahl in meine Kammer fiel.
    Am Morgen, nachdem ich aufgestanden war, kam der große Augenblick und staunend stand ich vor der ganzen Herrlichkeit. Ich erinnere mich noch gut an jenen unvergeßliche Weihnachtsmorgen, - es war wohl an meinem 6.Lebensjahr,- als ich zum ersten Mal mit meinen Eltern zu Fuß durch den knirschenden Schnee und die sternklare Winternacht zur Christmette nach Kreuzkapelle gehen durfte.
    Gegen 4,oo Uhr in der Frühe wurde ich geweckt. Bibbernd vor Kälte und Aufregung betrat ich unsere Stube. In der Ecke zwischen den beiden Fenstern stand der Christbaum auf einem kleinen Tisch. Ihm zu Füßen auf grüner Holzwolle die Figuren unserer Krippe mit Maria, Josef, dem Jesuskind und den Hirten mit ihren Schafen. Auf dem Küchentisch die bunten Teller mit den Süßigkeiten und den Geschenken, welche ich nur mit einem flüchtigen Blick erhaschen konnte, denn meine Eltern drängten zum Aufbruch.
    Unterwegs trafen wir auch die Leute aus den Nachbardörfern. Die Kirche war überfüllt. Fast geblendet war ich vom Glanz der vielen Kerzen an den großen Tannenbäumen rund um den Altar und unserer schönen, alten Krippe mit den großen, herrlichen Figuren und dem strohgedeckten Stall. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie sehr ich in Gedanken während der Christmette meine ebenfalls anwesenden Schulkameraden und Nachbarskinder bedauerte, die, - davon war ich felsenfest überzeugt,- nicht so ein wunderschönes Weihnachtsfest feiern konnten wie ich.
    Wieder zu Hause, wurde der Ofen angezündet. Die Oma stand auf und gemeinsam bewunderten wir nun meine Geschenke. Es war ja Kriegszeit und wir waren nicht gerade wohlhabend. Es gab also typisches Kriegsspielzeug, Zinnsoldaten, Kanonen aus Blech, mit denen man Erbsen in die Luft schießen konnte usw. Eine Ritterburg war ebenfalls einmal unter den Geschenken. Auch ein Flugzeug, das man auseinander- und wieder zusammenbauen konnte. Ich glaube, es war eine Me 109. Alles natürlich aus Blech. Kunststoff gab es ja noch nicht. Dann war da ein Holzbaukasten. Einmal erhielt ich eine Eisenbahn zum Aufziehen mit den dazu gehörigen Schienen, welche man in Kreisform zusammenstecken mußte. Auch mein sehnlichster Wunsch nach einem "Stabilbaukasten" (Metall-Baukasten) ging irgendwann in Erfüllung. Mit diesem Kasten habe ich Lastkräne, Autos, Schiffe und vieles andere gebaut. Damals der Traum eines jeden Jungen. Dann bekam ich auch ein Paar Ski. Die waren in echter Handarbeit vom Schreinermeister Peter Knipp aus Much hergestellt. Sie waren erst im letzten Augenblick fertig geworden, denn der schwarze Lacküberzug war noch nicht ganz trocken. Es war das erste, was ich nach meinem Erwachen am Weihnachtsmorgen roch.
    Das Mittagessen an Weihnachten war bei uns normales Sonntagsessen.
    Das heißt: Es gab meistens Suppenfleisch, Schweinebraten aus dem Einweckglas oder sonst etwas vom Schwein. Dazu Kartoffeln und Gemüse aus eigenem Anbau.
    Am Nachmittag kamen dann Onkeln, Tanten, Vettern und Cousinen an. Da kam für mich auch noch einiges an Geschenken zusammen. Ich hatte dabei die größte Sorge um mein Spielzeug, damit nichts in die Brüche ging. Besonders am 2.Weihnachtstag, wenn wir Kinder "reihum" gingen, um die jeweiligen Geschenke der andern zu bestaunen. Einige von ihnen entwickelten dabei immer ein, für mich rätselhaftes Talent, meine Sachen kaputt zu machen - kaum das sie diese in ihrer Hand hielten. Oft war dann der Schaden nicht mehr zu reparieren. Heute wäre das ein Leichtes gewesen bei der Auswahl an Klebemitteln. So auch beim Malen mit meinen Buntstiften. Da brach ihnen regelmäßig die Spitze ab, wogegen ich stundenlang ohne Malheur malen konnte. Und so war ich dann immer froh, wenn ich meine Spielsachen endlich zur eigenen, freien Verfügung hatte. Ach ja, Erinnerungen lassen oft alles in einem "rosigen Licht" erscheinen. Aber ein weiser Mann hat einmal gesagt:
    "Gott gibt uns Erinnerungen, damit wir Rosen im Winter haben".

  6. #56
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    Der wundersame Weihnachtsabend des kleinen Björn

    Verfasser unbekannt


    Von hartgefrorenem Schnee bedeckt schimmerte die Heide, auf der man, soweit das Auge reichte, nur eine ärmliche Hütte erblickte. Hier wohnte eine arme Frau mit ihrem kleinen Sohn, und der hieß Björn.
    Schon früh am Morgen war die Mutter aus dem Haus gegangen, um Einkäufe zu machen. Jetzt ging die Sonne bald unter, und noch war sie nicht wieder heimgekommen. Björn war allein in der Hütte; er hatte die Ellbogen auf den Tisch gestützt und guckte durch das Fenster. Das hatte vier Scheiben; drei davon waren mit wunderbaren Eisblumen überzogen, die vierte aber hatte er so lange angehaucht, bis das Eis geschmolzen war. Er wartete auf die Mutter, die mit einem Weizenbrot, einem Pfefferkuchen und einem Weihnachtslichterzweig nach Hause kommen sollte, denn es war Weihnachtsabend; aber noch war sie nicht zu sehen. Die Sonne ging unter, und die Wolken am Himmelsgrund leuchteten wie die schönsten Rosen; dann wurde es draußen dunkel.
    Noch dunkler aber war es jetzt in der Hütte. Björn ging zum Herd, wo noch einige verglimmende Kohlen in der Asche lagen. Es war so still, dass er meinte, seine klappernden Holzschuhe könnten über die ganze Heide gehört werden. Er setzte sich vor den Herd und fragte sich, ob wohl der Pfefferkuchenmann, auf den er wartete, einen Kopf mit vergoldeten Hörnern und vier Beine haben würde. Gern hätte er auch gewusst, wie es den Sperlingen am Weihnachtsabend gehen würde.
    Lange hatte Björn so gesessen, als er auf einmal von fernher Schellengeläute hörte. Er sprang ans Fenster und drückte seine Nase gegen die Scheibe. Wer mochte das wohl sein?
    Alle Himmelslichter waren angezündet. Sie glitzerten und strahlten. Weit draußen bewegte sich etwas Schwarzes über den Schnee. Es kam näher und näher, und immer lauter tönte der Klang der Schellen.
    "Wer ist das, der dort fährt? Er hält sich gar nicht auf dem Weg, sondern kommt querfeldein über die Heide." Ach, nur einmal mit solchen Schellen fahren oder gar selbst fahren dürfen! Kaum hatte Björn das gedacht, als das Fuhrwerk auch schon vor dem Fenster hielt.
    Es war ein Schlitten, mit vier Pferden, kleiner als die kleinsten Füllen, bespannt. Sie waren stehengeblieben, aber sie schienen keine Lust zum Verschnaufen zu haben, denn sie wieherten, schnaubten, schüttelten die Mähnen und scharrten den Schnee auf. "Sei nicht unartig, Rapp! Still, Schnapp! Niedlich, ruhig! Leichtfuß, fahr nicht aus der Haut!" rief der Mann, der in dem Schlitten saß; dann sprang er heraus und kam ans Fenster. So jemanden hatte Björn noch nie gesehen. Es war ein kleiner Mann, gerade recht für solche Pferde. Sein Antlitz war voller Runzeln, und der lange Bart glich dem Moos auf dem Dach. Der Pelzmantel reichte bis zu den Stiefeln. In einem Mundwinkel hatte er ein Pfeifchen, aus dem anderen ringelte sich der Rauch heraus.
    "Guten Abend, Stupsnäschen!" sagte er.
    Björn fasste an seine Nase und antwortete: "Guten Abend!"
    "Ist jemand zu Hause?" fragte der Alte.
    "Du siehst ja, dass ich zu Hause bin."
    "Ja, da hast du recht. Ich frage ein bischen dumm. Aber du hast es so dunkel da drinnen, obgleich es Weihnachtsabend ist."
    "Ich bekomme Weihnachtsfeuer und Weihnachtslicht (schwedische Sitte auf dem Land), wenn die Mutter nach Hause kommt. Denke nur, ein Licht mit drei Zweigen!"
    "Deine Mutter ist also nicht zu Hause. Fürchtest du dich nicht?" Der Alte rieb seine Lederhandschuhe gegeneinander und nahm die Pfeife aus dem Mund. "Hör mal, du Kauz, weißt du eigentlich, wer ich bin?"
    "Nein", antwortete Björn, "aber weißt du denn, wer ich bin?"
    Der kleine Alte nahm seine Pelzmütze ab, verbeugte sich und sagte: "Ich habe die Ehre, mit Björn zu sprechen, der neulich seine ersten Hosen bekommen hat, dem Helden, den auch der längste Bart nicht erschreckt. Du bist Björn, und ich bin der Weihnachtsmann. Habe ich die Ehre, dir bekannt zu sein?"
    "Ach, du bist der Weihnachtsmann? Da bist du ja ein guter Mann. Mutter hat oft von dir erzählt."
    "Das freut mich, Björn. Willst du mit mir kommen?"
    "Das möchte ich schon, aber ich darf wohl nicht, denn was geschieht, wenn Mutter heimkommt, und ich bin weg?"
    "Ich verspreche dir, dass wir vor der Mutter wieder zu Hause sein werden. Ein Mann hält sein Wort und eine Alte ihren Beutel, weißt du das nicht? Komm jetzt!"
    Björn sprang hinaus. Hu, aber wie kalt war's, und wie dünn war er bekleidet! Die kleine Jacke war so eng, und die Holzschuhe hatten wieder Löcher in die Strumpffersen gerieben. Aber der Weihnachtsmann hob Björn schnell in den Schlitten, schlug das Fell um ihn herum, dampfte ihm eine Rauchwolke um die Nase, dass er niesen musste, und, klatsch, ging es fort.
    Rapp und Schnapp, Niedlich und Leichtfuß flogen in rasender Eile über den Schnee dahin, und die Silberglöckchen tönten über die Heide, als ob die Glocken des Himmels erklängen.
    Bald hatten sie die Heide hinter sich gelassen und waren in den dunklen Wald gelangt, von dem Björns Mutter immer erzählte, daß die Bäume so hoch drin ständen, als ob die Sterne an ihren Zweigen hingen. Manches Mal schimmerte das Licht eines Hauses durch die Stämme.
    Nach einer guten Weile fuhr der Weihnachtsmann mit seinem Gespann in einen kleinen Stall. Zwischen den Steinen am Boden des Stalles guckte ein Kopf mit zwei funkelnden Augen hervor, die auf den Weihnachtsmann geheftet waren. Es war der Kopf der Hausschlange, die sich zu einer artigen Verbeugung krümmte. Der Weihnachtsmann lüftete seine Pelzmütze und sprach:
    "Ringelschwänzchen auf der Erd'
    sag, was ist dies Haus wohl wert?"
    Die Hausschlange antwortete:
    "Bauer scheut nicht Last und Mühe,
    hat ein Pferd und hat drei Kühe."
    "Das ist nicht viel", sagte der Weihnachtsmann, "aber es wird mehr, wenn Mann und Frau tüchtig sind. Sie fingen mit leeren Händen an und haben ihre Eltern noch zu unterstützen. Wie halten sie denn die Kühe und das Pferd?" Die Hausschlange antwortete:
    "Die Euter sind stramm, die Milcheimer voll,
    das Pferd ist mutig und stark, wie es soll."
    "Noch ein Wort, Schnack-Ringelschwänzchen: Was hälst du von den Kindern auf dem Hof?"
    Schnuck-Ringelschwänzchen antwortete:
    "Schöne Maid und frischer Knabe,
    seine Laune etwas wild,
    ihre aber sanft und mild."
    "Sie sollen Weihnachtsgaben haben", sagte der Weihnachtsmann. "Und dir gute Nacht, Schnuck-Ringelschwänzchen, angenehmen Weihnachtstraum!"
    "Gute Nacht, du Rappe und Schnappe mein!
    Gute Nacht, du Niedlich und Leichtfuß klein!
    Gute Nacht, du teuerstes Weihnachtsmännlein!"
    sagte die Schlange und zog den Kopf ein.
    Hinter dem Schlittensitz war eine Kiste angebracht. Diese öffnete der Weihnachtsmann nun und holte allerlei Sachen heraus: ein Abc-Buch und ein Schnitzmesser für den Jungen, einen Fingerhut und ein Gesangbuch für das Mädchen, Garn und ein Weberblatt und Weberschiffchen für die Mutter, einen Kalender und eine Uhr für den Vater, und für Großvater und Großmutter eine Brille. Außerdem aber nahm er noch die Hand voll von etwas, das Björn nicht sehen konnte. "Das sind Glück- und Segenswünsche", sagte der Weihnachtsmann.
    So beladen schlich er mit Björn unsichtbar in die Stube. Da drinnen saßen sie alle um den knisternden Ofen, und der Vater las aus der Bibel die Geschichte vom Jesuskind vor. Der Weihnachtsmann legte leise und unbemerkt seine Gaben neben die Tür und ging mit Björn zum Schlitten zurück. Und das rasche Gefährt trug sie wieder davon durch den dunklen Wald.
    Das nächste Mal hielt der Weihnachtsmann vor einer Scheune, nahe bei einem Gehöft. Man hörte ein gedämpftes, regelmäßiges Klappern, wie von Dreschflegeln; aber dieses Geräusch wurde fast von einem Bach übertönt, der mit Steinen und Fichtenwurzeln zankte. Der Weihnachtsmann klopfte an die Luke des Scheunenladens, und dieser sprang auf. Drinnen standen zwei ganz kleine lustige Burschen mit buschigen Augenbrauen, runden Kinderwangen und grauen Jacken; es waren die Hauskobolde. Die droschen beim Schein einer Laterne, dass der Staub in Wolken aufflog. Der Weihnachtsmann nickte und sagte:
    "Zwerglein, Zwerglein, sagt mir doch,
    warum drescht so spät ihr noch?"
    Die Zwerge antworteten, die Dreschflegel schwingend:
    "Der Garben sind viele,
    wir fern noch vom Ziele,
    tick-tick-tack, tick-tack,
    so füllt sich der Sack."
    "Aber am Weihnachtsabend kann man sich doch Ruhe gönnen", meinte der Weihnachtsmann.
    Die Zwerge erwiderten sogleich:
    "Reiche Saat, Kuchen rund.
    Früh und spat, jede Stund'
    hat Gold im Mund."
    "Aber ihr erinnert euch doch, wo wir uns bald treffen sollen?"
    Die Zwerge nickten und antworteten:
    "Leb wohl jetzt, beim Riesen vom felsigen Berge,
    da sehen sich wieder zusammen die Zwerge."
    Der Weihnachtsmann öffnete abermals die Kiste und nahm die Hände voll von Weihnachtsgaben und sprang hinauf zu Vater, Mutter und Kindern im Bauernhof.
    So ging es weiter von Hütte zu Hütte, von Hof zu Hof. Selbst vor dem Königsschloss hielten sie, und auch dort öffnete der Weihnachtsmann die Kiste und ging hinauf zum Königssohn. Schnell war er wieder unten bei Björn, denn die Hofluft fiele ihm auf die Brust, wie er sagte. Rapp und Schnapp, Niedlich und Leichtfuß waren schon ungeduldig, scharrten und wieherten. Der Weihnachtsmann warf sich auf den Schlitten, und sie fuhren wieder in einen tiefen Wald.
    "Nun geht die Fahrt zum Bergkönig", sagte der Weihnachtsmann geheimnisvoll.
    Björn war eine Weile still, aber dann wagte er doch zu fragen: "Ist die Kiste nun leer?"
    "Beinahe", sagte der Weihnachtsmann und schob die Pfeife tiefer in den Mund.
    "Alle anderen haben Weihnachtsgaben bekommen, aber hast du denn gar keine für mich?" fragte Björn.
    "Ich habe dich keineswegs vergessen, deine Weihnachtsgabe liegt noch auf dem Boden der Kiste."
    "Zeig sie mir, dann bist du auch gut."
    "Du kannst warten, bis du wieder heim zur Mutter kommst."
    "Nein, Weihnachtsmann, lass sie mich jetzt sehen!" sagte Björn ungeduldig.
    "Nun, so sieh her!" sagte der Weihnachtsmann, indem er sich herumdrehte und aus der Kiste ein Paar dicke wollene Strümpfe herausholte.
    "Weiter ist es nichts?" murmelte Björn.
    "Sollten die nicht willkommen sein? Du hast ja Löcher in deinen Strümpfen!"
    "Die hätte Mutter stopfen können. Da du dem Königssohn und den anderen so herrliche und reizende Sachen geschenkt hast, konntest du mir doch auch so etwas geben."
    Der Weihnachtsmann antwortete nicht, sondern legte die Strümpfe wieder in die Kiste, aber er zog den Rauch stärker aus der Pfeife als vorher und sah auch ernsthaft aus, sehr ernsthaft. So ging die Fahrt schweigend vorwärts, bis sie an einen hohen Berg kamen. Da stiegen sie aus dem Schlitten. Der Weihnachtsmann gab Rapp und Schnapp, Leichtfuß und Niedlich einen Haferkuchen. Darauf klopfte er an die Bergwand, und sie tat sich auf. Er nahm Björn bei der Hand und ging mit ihm hinein in die Spalte. Sie waren noch nicht viele Schritte gegangen, als Björn anfing, sich zu fürchten. Da drinnen war es unheimlich. Es würde die schwärzeste Nacht geherrscht haben, hätten nicht hie und da die glühenden Augen von Schlangen und Kröten durch die Dunkelheit geleuchtet, die sich auf den feuchten Felsenvorsprüngen krümmten und dort herumkrochen.
    "Ich will nach Hause zur Mutter!" schrie Björn.
    "Hab keine Angst", sagte der Weihnachtsmann.
    Da schwieg der Junge.
    "Was sagst du zu dieser Kröte?" fragte der Alte, nachdem sie eine Weile gegangen waren, und deutete auf ein grünliches Ungeheuer, das auf einem Stein saß und seine Augen auf den Jungen heftete.
    "Sie ist grässlich", sagte Björn.
    "Die hast du hierher geschafft", sagte der Alte. "Siehst du, wie dick und aufgeblasen sie ist? Das ist für die Unzufriedenheit und den Neid."
    "Die hätte ich hergeschafft, sagst du?"
    "Ja, gewiss. Du hast die anderen um ihre Gaben beneidet und das Geschenk verachtet, das ich dir aus gutem Herzen geben wollte. für jeden bösen Gedanken, der in einem Menschen aus dieser Gegend geboren wird, kommt eine Kröte oder eine Schlange in die Felsspalte."
    Björn schämte sich und schwieg.
    Sie gingen weiter und weiter und kamen immer tiefer in den Berg hinein. Allmählich fing es an, heller zu werden, und als sie um einen Fels bogen, sah Björn mit Staunen einen großen glänzenden Saal vor sich. Die Wände waren von Bergkristall, und ringsum standen viele Zwerge und hielten Fackeln, deren Schein sich in den schönsten Regenbogenfarben an den Kristallen brach. In der Mitte saß der Bergkönig auf einem goldenen Thron. Er war in einen prächtigen Mantel gekleidet, der ganz mit Edelsteinen übersät war, aber er sah sorgenvoll aus. An seiner Seite saß seine Tochter in einem Kleid aus Silberstoff und sah noch gramvoller, ja gar wie eine Sterbende aus. Sehr bleich, aber wunderschön war sie. Vor den beiden hing eine große Waage, und um die herum standen Berggeister, die allerlei in die eine und die andere Waagschale legten. Vor dem König stand eine unendliche Schar von Hauskobolden aus den Höfen und Hütten von einigen Meilen im Umkreis und erzählten alles, was die Menschen, in deren Haus sie sich aufhielten, im Laufe des Jahres gedacht, gesagt und getan hatten. Für jeden guten Gedanken und für jede gute Tat legten die Berggeister goldene Gewichte in die eine Waagschale und für jeden bösen Gedanken und jede schlechte Tat eine Kröte in die andere.
    "Weißt du, Björn", flüsterte der Weihnachtsmann, "die Prinzessin ist sehr krank; sie muss sterben, wenn sie nicht bald aus dem Berg herauskommt, denn sie sehnt sich danach, des Himmels Luft zu atmen und das Gold der Sonne und der Sterne zu sehen. Aber aus dem Berg kommt sie nicht eher als an dem Weihnachtsabend, an dem die Waagschale des Guten auf den Boden sinkt und die des Schlechten zur Decke steigt. Und das war bisher nie der Fall. Jetzt kannst du sehen, dass die Schalen fast gleich stehen." Kaum hatte der Weihnachtsmann das gesagt, da wurde er aufgerufen, um seinen Bericht zu erstatten. Er hatte nicht wenig zu erzählen, und es war fast nur Gutes, denn seine Erlebnisse erstreckten sich einzig auf die Weihnachtstage. Und zu dieser Zeit pflegen die Menschen ja freundlicher gegeneinander zu sein als sonst.
    Die Berggeister legten nun immer mehr goldene Gewichte auf die Waage, je länger der Weihnachtsmann erzählte, und die Waagschale des Guten wurde schwerer und schwerer.
    Aber Björn stand wie auf Nadeln, in der Furcht, dass auch sein Name genannt werden würde, und er fuhr zusammen und wurde rot und blass, als der Weihnachtsmann endlich diesen Namen aussprach. Was der Weihnachtsmann von Björn und den wollenen Strümpfen sagte, das will ich nicht wiedererzählen; aber verschweigen kann ich doch nicht, dass einer der Berggeister die große Kröte, die Björn vorher in der Bergspalte gesehen hatte, in die Schale des Bösen legte, und sie wog schwer. Aller Augen, außer denen des guten Weihnachtsmannes, der nach der anderen Seite sah, richteten sich auf Björn: die des Königs, der Königstochter, der Hauskobolde, der Berggeister und der Zwerge; und alle Augen sahen entweder streng oder sehr gramvoll aus; die der Königstochter aber so mild und leidend, dass Björn sein Gesicht mit beiden Händen bedeckte und nicht aufsehen mochte.
    Der Weihnachtsmann erzählte nun, wie die arme Mutter den kleinen Björn versorge, wie sie Matten flechte und Besen binde und diese an die Händler verkaufe, um den Jungen zu ernähren, wie sie mit Freude und Liebe arbeite und seinetwegen Entbehrungen ertrage, und wie sie glücklich sei über sein frisches Wesen und sein mutiges Herz und seine blühenden Wangen und treuherzigen Augen und gern seine Jugendstreiche verzeihe - ja, sie betete jeden Abend, wenn er schon schlief, für ihn zu Gott, und heute morgen war sie in der eisigen Winterkälte weit weg in das nächste Dorf gegangen, nur um ihm am Weihnachtsabend mit einem Lichterzweig und anderen Dingen eine Freude machen zu können. Und während der Weihnachtsmann so erzählte, legten die Berggeister schwere goldene Gewichte in die Waagschale des Guten. Plötzlich hüpfte die dicke Kröte heraus und verschwand in der Bergspalte, und die Augen der freundlichen Königstochter wurden feucht, und Björn schluchzte laut.
    Ja, er weinte so sehr, dass er erwachte, und da war der Saal des Bergkönigs verschwunden, und er lag in seinem Bett in der Hütte auf der Heide. Das hellste Weihnachtsfeuer brannte lustig auf dem Herd, und die Mutter beugte sich über ihn und sagte: "Armer kleiner Björn, musstest so lange allein in der Dunkelheit bleiben! Ich konnte nicht früher nach Hause kommen, denn der Weg ist weit. Aber nun habe ich einen Lichterzweig und Weizenbrot und Pfefferkuchen mitgebracht, und auch einen Kuchen, den du morgen den Sperlingen geben sollst. Und sieh her", fuhr die Mutter fort, "hier hast du ein Paar wollene Strümpfe, die ich für dich als Weihnachtsgabe gestrickt habe, denn die hattest du nötig, du kleiner Reißteufel. Und hier hast du ein Paar Lederschuhe, die ich für dich gekauft habe, damit du während der Feiertage nicht in den Holzschuhen herumzutrappeln brauchst."
    Björn hatte sich schon lange ein Paar Lederschuhe gewünscht, und nun betrachtete er sie mit strahlenden Augen von allen Seiten. Aber noch länger beinahe die wollenen Strümpfe, so dass die Mutter dachte, er wolle irgendeine falsche Masche daran suchen. Björn aber schien es, als wären sie genauso wie diejenigen, die er in der Kiste des Weihnachtsmannes gesehen hatte.
    Nun wurde die Grütze auf den Herd gesetzt, ein weißes Tuch über den Tisch gebreitet und der Lichterzweig angezündet. Björn sprang umher in den neuen Strümpfen und Schuhen. Zwischendurch stand er am Fenster und sah forschend und sinnend auf die Heide und wußte nicht recht, was er von der Fahrt, die er gemacht hatte, denken sollte. Da draußen strahlten Tausende von Sternen auf die einsame Gegend nieder. Und in der bescheidenen Hütte herrschten Herdwärme, Herzenswärme und Freude.

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